Inhalt Seitenleiste




Inhalt

Lesung mit Alexandra Senfft: „Der lange Schatten der Täter - Nachkommen stellen sich der NS-Familiengeschichte"

Das Schweigen der Täter, unbearbeitete NS-Verbrechen und Traumatisierungen durch den Zweiten Weltkrieg wirken kaum bemerkt bis heute nach. Still prägen sie als „vererbtes" Leid das Leben vieler Menschen, beschädigen Biografien und Beziehungen. Eingebettet in die aktuelle Forschung erzählt Alexandra Senffts Reise durch das Erinnern, wie das Schweigen zur Last wird. Ihr 2016 erschienenes Buch „Der lange Schatten der Täter" stellt unbequeme Fragen gegen das Verdrängen: Weshalb wurden Täter in Opfer verkehrt, welche Rollen spielen Schuld und Scham - und gibt es so etwas wie Gerechtigkeit? Sensibel und klug zeigt dieses Buch den Nachkommen der Kriegsgeneration Wege, sich auf heilsame Weise mit ihrem Erbe auseinanderzusetzen - und macht das Erinnern zum Auftrag in der Gegenwart für die Zukunft.

Alexandra Senfft Foto © Judah Passow

„Die in diesem Buch Porträtierten sind nicht die Kinder und Enkel ranghoher Nationalsozialisten, sondern Menschen wie du und ich. Ihre Angehörigen waren auf unterschiedlichste Weise in das NS-System involviert, meist kleine Rädchen im mörderischen Getriebe", so die Autorin im Vorwort. Die Historikerin Carmen Ludwig schreibt: „Alexandra Senfft gelingt es auf sensible Weise, persönliche Gedanken und Erfahrungen der Porträtierten nachzuerzählen und bettet das Gesagte durch klug gewählte Verbindungen und Verweise auf Einschätzungen von Psychologen und Historikern in den aktuellen Forschungsstand zum Thema transgenerationelle Weitergabe ein. ‚Der lange Schatten der Täter' ist zugleich ein sehr persönliches Buch, in dem die Autorin auch ihre eigene Biografie reflektiert und in die Erzählungen einbezieht."

Alexandra Senfft ist Autorin und Publizistin. Nach dem Studium der Islamwissenschaft war sie parteiunabhängige Nahostreferentin der Grünen-Fraktion im Deutschen Bundestag, UNO-Beobachterin in der Westbank und bis 1991 UNO-Pressesprecherin im Gazastreifen. Seit 1994 schreibt Senfft als freischaffende Autorin, u. a. für die tageszeitung, den Freitag sowie Ha'aretz oder die Irish Times. Für ihr Buch „Schweigen tut weh. Eine deutsche Familiengeschichte" wurde sie 2008 mit dem Deutschen Biographiepreis ausgezeichnet.

(Gemeinschaftsveranstaltung von Volkshochschule Gelderland, Arbeitskreis Jüdisches Bethaus Issum und Buchhandlung Keuck anlässlich des 80. Jahrestages der Reichspogromnacht - mit Unterstützung der SPARKASSE Krefeld)
_________________________________________________________________________
Alexandra Senfft
Donnerstag, 8. November 2018, 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr
Gebühr: 8,00 Euro
Ehemalige Synagoge, Kapellener Straße 30a, Issum
Telefonische Anmeldung/Kartenreservierung erforderlich: 0 28 31 / 9 37 50

 

Details zu dieser Veranstaltung auf einen Blick

Ãœberspringen: Tabelle mit Veranstaltungsdetails

VeranstaltungLesung mit Alexandra Senfft: „Der lange Schatten der Täter - Nachkommen stellen sich der NS-Familiengeschichte"
Datum08.11.2018
Uhrzeit19:30 bis 21:00
VeranstaltungsortSynagoge
Kapellener Straße 30 a
47661 Issum
VeranstalterArbeitskreis Jüdisches Bethaus & Gemeinde Issum
Herrlichkeit 7 - 9
47661 Issum
Tel: 0 28 35 / 10 24